GHS-Schüler werden Teil des "Internationalen Jugendprogramms"

17. Dezember 2011 | 00:10 Uhr | von lus

WEDEL. Sie sind leuchtend blau, die "Record books" der Jugendlichen der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS). Darin werden keine Noten verzeichnet, sondern es wird dokumentiert, wie die Schüler sich im Rahmen des "Internationalen Jugendprogramms" (IJP) engagieren. An der GHS beteiligen sich derzeit 24 Schüler am IJP - in unterschiedlichen Stufen. Vor kurzem kamen sie alle zur Start- und Verleihfeier zusammen. Stadtpräsidentin Sabine Lüchau überreichte gemeinsam mit Schulleiter Antonius Soest die blauen Bücher an die Jungen und Mädchen, die neu beginnen. Und verlieh die Bronzeabschlüsse an sieben Schüler.



Die Teilnehmer der Silberstufe, vier Jugendliche, müssen auf diese Verleihung noch warten: Einer von ihnen war erkrankt, so dass die Hauptexpedition, Pflichtteil im Programm, nicht durchgeführt werden konnte. Während die Jungen und Mädchen ihre Bücher und Abschlüsse erhielten, wurden auf einer Leinwand Dias gezeigt von den Aktivitäten, die sie im Rahmen des Programms durchführen. Viele Fotos zeigten die Expeditionen, lustige Bilder von den Jugendlichen unterwegs mit Rucksack und im Zelt.

Die anderen zeigten die Vielfalt, die die Jugendlichen durch ihre Aktivitäten abdecken: Vom Reiten bis zum Kochen reicht die Bandbreite. Denn die Abschlüsse werden für das überreicht, was man auch als "Hobbies" sowie ehrenamtliches Engagement bezeichnen kann. Eingeteilt in die Kategorien Dienst, Talente, Fitness und Expeditionen, sollen die Jugendlichen so Beschäftigungen finden, die ihnen Spaß machen und die sie in ihren Fähigkeiten fördern.


Sport, Talente und Ehrenamt

Dabei geht es nicht um kurzfristige Erfolge: Für Bronze, Silber oder Gold muss eine Mindestzeit vorgewiesen werden - wer sein Talent "vergolden" lassen möchte, muss es mindestens 18 Monate verfolgt haben. Dabei ist es egal, ob es sich um "Schlagzeug spielen" wie bei Julian Meinert handelt oder dem Weiterentwickeln eines Wasserstoffzuges wie bei Björn Sander, der nun mit dem Programm begonnen hat. Zudem arbeiten die Jugendlichen in Altenheimen, in der DRK-Kleiderkammer oder als Hundebetreuer, um ihren "Dienst" zu leisten und betreiben zahlreiche Sportarten.

"Es geht nicht darum, am Ende eine Urkunde in den Händen zu halten", erklärte auch der Elmshorner Pädagoge Pitt Frauen, Pionier und Programmkoordinator, der zur Feier nach Wedel kam. "Der Weg ist das Ziel, und am Ende werdet ihr dieses auch erreichen - mit euren Möglichkeiten."

Die GHS beteiligt sich seit Dezember 2008 als offizieller Lizenznehmer an dem Programm. Es wurde 1956 in Großbritannien von dem Reformpädagoge Kurt Hahn begründet. Mittlerweile nehmen Jugendliche aus 80 Ländern teil.

Es ist kein Wettbewerb, jeder kann es mit Ausdauer und Eigeninitiative abschließen. Jede Programmstufe endet mit einer Expedition. Die Mehrtagestouren werden von den Teilnehmern selbst geplant und eigenverantwortlich durchgeführt. Rektor Soest ist von dem Programm überzeugt: "Wenn sich bei mir ein Lehrer bewerben würde und mir sein 'record book' zeigen würde - den würde ich gern einstellen. "