Newsletter der Gebrüder-Humboldt-Schule.
GHS Wedel
Wedel, d. 17.3.14

Liebe Eltern!

Zunächst kann ich Ihnen von erstaunlichen Erfolgen unserer Schülerinnen und Schüler berichten. Im „Jugend forscht“-Wettbewerb haben wir schon in der Vergangenheit große Erfolge erzielt. Das hat sich nun fortgesetzt. Im Kreis Pinneberg haben unsere Schüler von 13 Preisen allein 8 gewonnen. Für die Landesebene haben sich Simone Barth und Lotte Berger qualifiziert, die über zwei Tage ihre Ergebnisse in Kiel präsentieren werden. Begleitet wurden die Gruppen in ihrer Forschungsarbeit von Jennifer Kröger und Karin Wilkerling im Rahmen unserer Profile im 5./6. Jahrgang. Außerdem waren Schüler des 7. und 8. Jahrgangs dabei.
Erfolgreich waren unsere Schüler aus dem 6. (2 Sch.) und 12. Jahrgang (14 Sch.) auch beim Europäischen Wettbewerb 2014. Von den eingereichten Arbeiten haben viele den Landespreis (SH) erhalten, Jana Steinke und Svenja Wolf haben sich für den Bundesentscheid in Berlin qualifiziert. Begleitet wurden sie in ihren Arbeiten von Lena Pieper und Alexandra Kiss. Gratulation an alle.

Insgesamt sehr erfreuliche Ergebnisse brachten auch die Projektpräsentationen im 9. Jahrgang. Alle Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs mussten sich für ein Forschungsthema entscheiden und dann ihre Ergebnisse präsentieren. Wir Prüfer haben viel gelernt.

Zur Aufnahme: Viele Schülerinnen und Schüler wurden bei uns für den neuen 5. Jahrgang angemeldet (insgesamt 190), so viele wie noch nie. In allen Leistungsbereichen (GY-, RS- und HS-Empfehlungen) wurden die Kontingente deutlich überschritten. Wir mussten am Ende losen und in allen Leistungsbereichen viele Absagen aussprechen, selbst bei Geschwisterkindern. Ich muss sagen: Je älter ich werde, um so mehr macht es mir aus. Man erzeugt nicht gern Enttäuschungen. Und ich kann es auch vielen Betroffenen nicht verdenken, wenn sie mir persönlich im ersten Reflex die Schuld zuschreiben. Es war aber nicht zu ändern. Man muss sehen, was sich in Zukunft ändern lässt.

Schüleraustauschprogramme:
 
  1. Nach dem Besuch unserer Schüler aus dem 10. Jahrgang bei unserer Partnerschule in Genf besuchen die Genfer uns ab Mittwoch, d. 19.3.14. Geleitet wird der Austausch auf unserer Seite von Frauke Kosak.
  2. Am 31.3.14 besuchen uns erstmals Schüler aus Griechenland, genauer: Kreta. Wir werden im Herbst nach Kreta fliegen. Organisator ist Peter Wessel.
  3. Ein erneutes zweijähriges Projekt mit unserer Partnerschule aus Finnland wird gerade beantragt. Es wäre das 4. Projekt dieser Art. Wir hoffen auf den erneuten Zuschlag durch die EU. Auch dieses Unternehmen organisiert Peter Wessel.
Unser 10. Jahrgang besucht in dieser Woche Berlin. U.a. besuchen sie den Bundestag und haben Kontakt mit Vertretern der politischen Parteien.
 
Erfreulich ist, dass Schülerinnen und Schüler unserer Schule, die den Hauptschulabschluss geschafft haben, bei angemessen guten Leistungen die Chance haben, in einer Aufbauklasse an der Ernst-Barlach-Schule in 2 Jahren den Realschulabschluss zu schaffen. Neun Schülerinnen und Schüler werden aller Voraussicht nach im kommenden Schuljahr die Chance nutzen.
 
Nun würde ich gern den Bericht beenden. Er enthielte dann aber nicht die ganze Wahrheit. Es gibt drei Probleme, die unserer Geistesgegenwart und Handlungskompetenz bedürfen.
 
1. Problem:
In unserem 11. Jahrgang haben wir 2 Klassen und 2 Klassenräume. Die Anmeldungen überschreiten aber die Kapazitätsgrenzen deutlich. Mit der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule haben wir eine Vereinbarung geschlossen, dass alle Schüler beider Schulen einen gleichberechtigten Zugang zu unserer Oberstufe haben. Wir brauchen zusätzlichen Raum, wenn wir diese Vereinbarung nicht brechen wollen. Ein Container wäre eine kurzfristige Lösung. Der Schulträger muss entscheiden.
Ich hoffe, dass alle, die eine Zugangsberechtigung haben, bei uns die Chance auf das Abitur erhalten.
 
2. Problem:
In Wedel haben sich vermehrt Familien niedergelassen, deren Kinder kein Wort Deutsch können. Üblicherweise kommen diese in eine Spezialklasse an der EBG, um Deutsch zu lernen. Diese Klasse ist aber überfüllt. Für weitere Klassen wird kein Geld zur Verfügung gestellt. Nun müssen alle weiterführenden Schulen klären, wie die Kinder verteilt werden, ohne dass sie, wie es heißt, pädagogisch „versorgt“ werden können. Wir müssen dafür sorgen, dass pädagogisch Unsinniges auf alle 3 Schulen gerecht verteilt wird. Das pädagogische Problem ist zugleich ein kaum erträgliches menschliches Problem.
 
3. Problem:
Wir sind angewiesen worden, im nächsten Schuljahr 3 Integrationsklassen aufzunehmen. Das sollte uns eigentlich nicht stören, denn die Arbeit in unseren Integrationsklassen gelingt aus mehreren Gründen außerordentlich gut. 3 I-Klassen in einem Jahrgang sind aber zu viel.
 
  1. Die Ressourcen für Doppelbesetzungen reichen im Grunde schon für eine I-Klasse nicht, geschweige denn für 3. Unsere Schüler haben 34 Unterrichtsstunden, am Förderzentrum haben sie maximal 22.
  2. Wir haben nicht wie andere Schulen eine Art Integrationszentrum, in dem auf besondere Bedürfnisse eingegangen werden kann. Dafür fehlen der Raum und das Personal. Da sind andere Schulen im Land mit weniger Integrationsklassen viel besser ausgestattet. Besondere Angebote in der Mittagspause sind auch nicht möglich.
  3. Bei der Aufnahme für das neue Schuljahr reduzierte sich dadurch die Kapazität von 104 Schülern (keine I-Klasse) auf 86 Schüler (3 I-Klassen).
Die Vorstellung, Inklusionsarbeit womöglich scheitern lassen zu müssen, ist unerträglich. Ich werde Sie wohl noch zu Rate ziehen, um zu klären, was zu tun ist. Wenn bildungspolitisch nicht schnellstens umgesteuert wird, um den Inklusionsanspruch zu retten, werden irreparable Schäden entstehen.
Am Dienstag, d. 18.3.14 findet um 19.30 Uhr in unserer Mensa unter anderem zu diesem Thema eine Veranstaltung der SPD statt. Sie sollten die Gelegenheit nutzen, sich zu informieren und vor allem sich einzumischen.
 
Noch ein Wort in eigener Sache: Sie sehen, es gibt in diesem Jahr für uns alle, natürlich auch für mich viel zu tun. Als Pädagoge bin ich notorischer Optimist. Es wird bestimmt ein gutes Jahr. Im Januar nächsten Jahres (2015) werde ich aus dem Dienst ausscheiden. Das ist noch lange hin. Bis dahin werden wir uns noch über viele Erfolge freuen können. Nach ca. 3 Legislaturperioden muss man dann diese Freuden auch einem Nachfolger gönnen.
 
Mit freundlichem Gruß
 
Antonius Soest
 
 
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