Newsletter der Gebrüder-Humboldt-Schule.
GHS Wedel

GHS Wedel Newsletter 03/13



                                                                                                          Wedel. d. 3.3.13
Liebe Eltern!

Trotz der geringen Zahl von Viertklässlern in diesem Jahr haben wir es erneut geschafft, die Idealzusammensetzung der Schülerschaft auch im neuen 5. Jahrgang zu erreichen (entsprechend den Empfehlungen in der Region: 42% Gy, 41% RS, 17% HS). Weit mehr als die Hälfte aller Schüler aus der Region wollten bei uns angemeldet werden. Das ehrt und freut uns, bringt uns aber auch in die missliche Situation, sehr viele Ablehnungen aussprechen zu müssen. Nach all den Gesprächen mit Eltern ist das unglaublich schwierig, weil fast alle sich mit großer Überzeugtheit für unsere Schule entschieden haben. Ein paar grundsätzliche Erwägungen an dieser Stelle müssen sein.

Wir alle sind an einem erfolgreichen „Projekt“ beteiligt, das früher IGS Wedel hieß, heute Gebrüder-Humboldt-Schule heißt. Auch wenn Sie, liebe Eltern, dabei zunächst an Ihr Kind denken, ist es doch mehr. Es ist der Beweis, dass Bildung ohne frühe Benachteiligung eines Teils von Kindern funktioniert, ja, wenn man die Abschlüsse betrachtet, besser funktioniert. Als ich zuletzt den ergreifenden Film „Lincoln“ sah, sind mir ein paar Analogien aufgefallen. Viele Menschen in dem demokratischen Land USA waren wirklich der Meinung, der liebe Gott habe zwei Sorten von Menschen gemacht, weiße und schwarze, von unterschiedlichem Niveau, oben die einen und unten die anderen, auf jeden Fall getrennt. Diese Menschen fragten sich ernsthaft: Wie soll das gehen, wenn so unterschiedliche Menschen zusammen sind? Im antiken demokratischen Griechenland waren große Geister wie Aristoteles, dem wir viel verdanken, tatsächlich der Meinung, die Götter hätten den hochwertigen Mann und die minderwertige Frau geschaffen. Und heute, im demokratischen Deutschland (in anderen demokratischen Ländern ist das anders), glauben immer noch viele Menschen, dass der liebe Gott kluge und dumme Menschen geschaffen hätte, die relativ früh erkennbar seien und früh getrennt werden müssten (in der Hamburger Grundschuldebatte war genau das zu hören). Auch hier ist immer wieder die Frage zu hören: Wie soll das gehen, wenn so unterschiedliche Menschen zusammen sind? Ich bin ziemlich sicher, dass es eine Zukunft gibt, in der die Menschen mit dem gleichen ungläubigen Staunen auf unser Schulsystem schauen wie wir auf Diskriminierungen der Vergangenheit.

Ich möchte Sie und uns alle motivieren, mit dem großen Projekt der Emanzipation in der Welt der Schulen trotz aller bildungspolitischen Widrigkeiten fortzufahren. Nun gibt es in jeder Zeit blinde Flecken. Und Aufklärung ist immer anstrengend. In der Schule gibt es kein wichtigeres Lernfeld als mit Unterschieden zu leben und zu lernen, und zwar: kooperativ, kommunikativ, tolerant, kritisch.

Ich bin dankbar dafür, an solch einem Projekt mitwirken zu können, und danke allen, Kolleginnen und Kollegen und auch Ihnen, liebe Eltern, dass Sie mitwirken.  Auf dem letzten Treffen des Schulelternbeirates zusammen mit der Schulleitung haben Sie bzw. Ihre Vertreter bewiesen, dass Sie im Wissen um den großen Anspruch denken und agieren.

Der kanadische Bildungsratspräsident spricht mir in einem Interview aus dem Herzen:
Cappon:  Auch hier geht es um die Haltung, die sich in Deutschland sicher vielerorts gerade ändert. Es gibt einen passenden Spruch dazu: Wenn man hohe Erwartungen an ein Kind hat, garantiert das zwar noch nicht seinen Erfolg. Wenn man aber Schlechtes erwartet, garantiert das sein Scheitern. Das Geheimnis des kanadischen Schulsystems ist es, hohe Erwartungen an alle Schüler zu stellen, egal welchen Hintergrund sie haben. (Adresse zum Interview: http://bit.ly/15jUBXe)

Wir bemühen uns täglich. Und immerhin: aus dem Traum der IGS Wedel ist die vorzeigbare Wirklichkeit der Gebrüder-Humboldt-Schule geworden. Aber bei weitem noch nicht der Grund, sich zufrieden zu geben.

Mit freundlichen Grüßen
 
Antonius Soest

 
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